mehrstöckiges Haus mit Mansarddach und bunten Schiebe-Fensterläden.

© Christian Ehrlich

Wohnheim Josefsheim

Bamberg

Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos

Lph 1-9

Bauzeit 2017 bis 2019

BGF: 2 150m²/BRI: 8 440m³

  • 1914: als Knaben-Wohnheim errichtet

    1931: Erwerb des weitläufigen Anwesens durch die Salesianer Don Boscos

    2014: Beginn der Sanierungs- und Umbauplanung

    2017: Zerstörung des 2-geschossigen Mansard-Dachstuhls durch Großbrand mit Schädigung der Stahlsteindecken durch Löschwasser

    Bis 2019: Sanierung und Umbau zum Wohnheim mit drei heilpädagogischen und therapeutischen Wohngruppen sowie Großküche und Speise- / Veranstaltungssaal mit Nebenräumen.

    Mittelpunkt jeder Wohngruppe ist die einladend am Eingangsbereich gelegene Wohnküche, wo sich die acht- bis zehnköpfige Gruppe mehrfach am Tag zum gemeinsamen Essen trifft, wo zumindest an den Wochenenden an Arbeitsfläche in unterschiedlicher Höhe gemeinsam gekocht wird, wo am von Holzvertäfelung umgebenen großen Massivholztisch auch (hyper-) aktive Kinder länger sitzen bleiben, als sie eigentlich müssen. Hier wird beim Einnehmen und Verlassen der Sitzplätze an der dreiseitig umlaufenden Eckbank unterschwellig das Einordnen und Behaupten in der Gruppe trainiert, wird der Geräuschpegel der durchauslebhaften Gespräche durch akustisch wirksame Decken gedämpft.

    Die gemäß Raumprogramm ca. 12m² großen Jugendzimmer sind aufgrund der vorhandenen Baustruktur ca. 2,60m breit und bis zu 3,50m hoch – eigentlich möchte man sie „quer“ bewohnen. Nachdem das nicht geht, haben wir anstelle von Standardbetten aus massivem Zirbenholz gefertigte rundum gemütliche Schlafalkoven eingebaut, in die eine Reihe von Einschüben, Regalen, Fächern sowie eine Pinnwand integriert wurden, und so das Ordnung halten ein Stück weit erleichtern sollen. Darüber bietet eine über die gesamte Raumbreite sich erstreckende Galerie vielfältig Spiel- und Rückzugsmöglichkeiten.

    Die Wohnzimmer bieten unterschiedliche Betätigungsmöglichkeiten in ausdifferenzierten Bereichen vom Chillen auf gemütlichen Polstern über Spiel- und Bastelangebote am großen Massivholztisch bis zu der eine Stufe erhöhten und damit aus dem Allgemeintrubel etwas herausgehobenen Rückzugsnische im Erker für ein Brettspiel, ein Zweiergespräch oder einfach zum Lesen sowie den Freibereich des vorgelagerten Balkons mit Blick zum Zirkuszelt, zum Hochseilgarten, zur Altenburg, in die Weite der Umgebenden Landschaft.

    Der zur unterschwelligen Differenzierung der Individualräume eingesetzte Farbkanon schafft eine heitere Grundstimmung. Durch die Übertragung auch auf die Schiebeläden der Fassade wird die besondere Nutzung des Hauses als Jugendhilfeeinrichtung auch nach außen gezeigt. Die Orientierbarkeit im Haus wird gerade auch Kindern mit Aufmerksamkeitsdefiziten erleichtert durch den Einsatz von „Geschossfarben“, z.B. für Fußböden, Türzargen und die Ausstattung von Gemeinschaftsräumen sowie beim Gebäudeleitsystem.

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